Party-Blog

Katharinas Nachtwache

Das beste Mittel gegen Engstirnigkeit

von Katharina Seidler | 15.11.2017

Kropf und Jod verhalten sich zueinander wie Langeweile und die Konzertreihe Struma+Iodine: Zweiteres dient der Prävention von Ersterem. Warum genau die S+I-Gründerin Shilla Strelka die Begriffe Kropf und Jod für ihren Club gewählt hat, bleibt rätselhaft, ihre Mission aber ist eindeutig und stark: „Struma+Iodine steht für Offenheit, Radikalität und zeitgenössische musikalische Positionen“, sagte Strelka kürzlich im Interview mit Mica. Zum fünften Geburtstag der Reihe gratulierte zuletzt Drew McDowall, eine Industrial-Legende, die früher bei den britischen Noise-Avantgarde-Elektronikern Coil werkte und im Rhiz hauptsächlich schwarz gekleideten Menschen eindrucksvolle Drone-Wände aus Dunkelheit baute. Ruhe gibt es nach dem Clubjubiläum keine: Das nächste Struma+Iodine findet in Zusammenarbeit mit der Transformer-Crew bereits am 21.11. ebenfalls im Rhiz statt. Die Horizonterweiterung holt man sich diesmal unter anderem vom US-amerikanischen Electro-Coldwave-Duo Boy Harsher.


VORSCHAU


DONNERSTAG (16.11.): Im Venster99 trifft der ungarische Noise-Indiepop von Gustave Tiger auf den verspulten Dub-Drone von Missing Organs, Akrüül spielt ambientale Electronica mit tropischem Einschlag im Celeste
und [dunkelbunt] verteilt globale Beats im Fluc.


FREITAG: Der finnische Produzent Celestial Trax droppt beim neuen Club Common Contact im Titanic eiskalte futuristische Bass Music, Daniel Arp, Visions of Lizard und AC/Boy machen den Dancefloor des Sub mittels Distortion zu einem dystopischen Ort und Kahn aus Bristol erschüttert die Fluc Wanne mit Grime und deepem Dubstep. Die rumänische DJ Aleksa Alaska spielt im Celeste Techno, EBM und Acid, Anna Leiser, Therese Terror & Co haben sich im Elektro Gönner „eclectic electronic“ auf die Fahnen geschrieben, das neuseeländische Brüderpaar Chaos In The CBD kleidet das Sass in warmen, jazzigen House, während Austrian Apparel und Masha Dabelka in der Grellen Forelle mit Techno in schöner Schieflage arbeiten. Der Berliner Wankelmut streichelt poppige Seelen mit deepem Techhouse im Horst und die Party Techno a la Carte mit etwa Claudio Imperatrice im Curtain geht es eigentlich oft lieber deep-housig an, wenn man es genau nimmt.


SAMSTAG: Yaman und Hanzo kredenzen im Celeste stilvollen House und Techno, Jan Blomqvist spielt in der
Pratersauna etwa Techhouse-Remixe von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ und das Genre Frenchcore erforschen Hardcore-Raver bei Le Bask & Ketanoise in der Fluc Wanne.




Flyer der Woche ausgesucht von Lisa Kiss

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