Party-Blog

Katharinas Nachtwache

Zart und hart: Kein Problem für das Waves

von Katharina Seidler | 05.10.2017

Waves Vienna, Festival der Gegensätze. Wie gehabt präsentierte das Waves im und um das Wuk ein Programm zwischen Radiopop, Indierock, Elektronik und viel dazwischen. In der Canisiuskirche spielte am Eröffnungsabend der ukrainisch-kanadische Pianovirtuose Lubomyr Melnyk. In sich versunken entlockte er dem Klavier schwallartige Klangflüsse unter hunderten gefalteten Papiertauben, die vom Kirschenschiff hingen. Sanft schaukeln sie zwischen den Klangwellen und dem Atem des Publikums. Direkt im Anschluss spielte die Schweizer Band Zeal & Ardor, die auf wundersame Weise Blues und Gospel mit Black Metal kurzschließt. Wer sich zu den Klavierträumereien eben noch die Tränen aus den Augen wischte, streckte nun zur kehligen Stimme des Zeal-&-Ardor-Sängers die Hände in die Luft. Beim Waves Festival geht all das zusammen.


VORSCHAU


DONNERSTAG (5.10.): Die Hip-Hopper von Duzz Down San machen vor dem Gasthaus Quell eine Blockparty, dabei präsentieren P.Tah & Lost Tourist ihre EP „Leng“. Das freigeistige Elektroniklabel Sama Recordings lädt zu einer Nacht ins SUB, und im Fluc legen drei Acts des Labels Konkord die Kunst des Songwritings bluesig, folkig oder experimentell aus.


FREITAG: Von langsamem Electro bis zu spacigem Techno kann der Niederländer Legowelt alles aus seinem Synthesizer-Maschinenpark zaubern; heute tut er dies in der Grellen Forelle. Die Wiener Down- und Upbeat-Gang Sofa Surfers feiert 20. Bandjubiläum im Flex, Cloud-Rap-Produzenten-Darling Lex Lugner macht’s in der Camera und die deutsche Techno-Raverin Monika Kruse erforscht den Club Horst. Evan Baggs verlegt Minimal Techno im Sass und Auftakt im Celeste verspricht u.a. ein „Ukulele Drone Spectacle“!


SAMSTAG: Im Gartenbaukino feiert „Dirty Dancing“ 30. Geburtstag, nach der Vorführung gibt es im Foyer die dazupassende Party. Die ehemalige Tramway-Remise Erdberg ist nun eine Eventlocation, zur Eröffnung gibt es eine FM4 Tribe-Vibes-Party mit den Hip-Hop-Supertypen Mirac und Selbstlaut. Der Amsterdamer Patrice Bäumel aus dem ehrenwerten Hause Kompakt Records kommt mit technoidem House in der Pratersauna, und die Techno-Heldin Shinedoe klopft die Grelle Forelle beim Fish Market durch. Bei der tollen Dänin Courtesy nebenan im Werk ist von Techno bis Broken Beats, von metallisch bis warm ungefähr alles drin. Im Celeste reichert das argentinische Duo Furor Exótica Disco und Nu-Disco mit Funk und einem leichten kosmischen Touch an.




Flyer der Woche ausgesucht von Lisa Kiss

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