Party-Blog

Katharinas Nachtwache

Schlager ahoi am Hermannstrand

von Katharina Seidler | 24.05.2017

"Deine Worte sind wie Sand, der mir ins Auge bläst“: Diese Textzeile von The Very Pleasure musste man am vergangenen Samstag leider wörtlich nehmen, als sich ein kalter Tag zwischen den Sommereinbruch der letzten Woche schmuggelte, ausgerechnet zur Zeit des tollen Seemannslieder- und Schlager-Festivals der Strandbar Herrmann. Fritz Ostermayer hatte es unter dem schönen Motto „Ein Schiff könnte kommen“ konzipiert und mit seinem balalaikaseligen Duo The Very Pleasure auch selbst bespielt; außerdem gab es zauberhafte Shows des Black Palms Orchestra und von Fuzzman & The Singin Rebels. Trotz der kalten Brise wiegten sich gar nicht wenige Fans des herzzerreißenden Schmachtens im Sand des Hermannstrands, aber anstatt eines Schiffs, das eh tatsächlich nicht kam, hätte ruhig die Sonne etwas länger vorbeischauen können. Wir hoffen auf ein nächstes Mal.


VORSCHAU


DONNERSTAG (25.5.): Im Schloss Neugebäude tobt das Hyperreality Festival der Wiener Festwochen mit kühlem R’n’B-Disco-Pop von Nite Jewel und ungestümem Techno von Paula Temple. Beim Donaukanaltreiben geht es mit Songwriterpop von Avec ruhiger zu, ebenso bei den Ambient-Wolken von Gigi Masin in der Grellen Forelle sowie bei den melancholischen Electronica-House-Geweben von Christian Löffler in der Fluc Wanne.


FREITAG: Im Werk gastiert mit Gary Martin ein Geheimtipp unter den Althasen des Detroit Techno, der stark von Exotica beeinflusst wurde. Im Fluc vermählen Chra, Evren da Conceição und andere experimentelles Sounddesign und Techno, im Celeste setzen Two Pigs Under One Umbrella zu ihrem darken Electro Fetischmasken auf, und der House und Techno beim Club Mutter mit Konzept Dora im Sass kommt ausschließlich von Platte. Am Donaukanal erklingt der sommerliche Post-Step von Mieux und Hyperreality
bekommt Besuch von der Genre- und Ländergrenzen sprengenden Plattform NON-Records.


SAMSTAG: Im Volksgarten Pavillon ist „European Disco Boogie Night“, im Sass steht der rumänische Minimal-Technologe Triptil an den Reglern, und das Down Under Aussie Pub flutet der Postpunk von Crystal Soda Cream. Moff & Tarkin und Roman Rauch verlegen Feinschmecker-House im Celeste und beim Donaukanaltreiben hört man Gitarrenpop von Isolation Berlin; die Afterpartys finden im Flex und in der Forelle statt. Hyperreality lädt zur Abschluss-Sause, unter anderem mit feministischem Reggaeton von Tomasa del Real und einem Showcase der New Yorker Freestyle-Clubschiene GHE20G0TH1K.


Flyer der Woche ausgesucht von Lisa Kiss


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